Meine Kunst ist mein Egoismus
mich selbst zu zerteilen
in tausende Stücke
nur um mich selbst neu zusammenzusetzen.
Immer und immer wieder.

Es war keine Entscheidung. Kein Vorhaben.
Ich plane meine Kunst nicht und habe es nie getan.
Für mich gibt es keinen anderen Weg.
Keine Abzweigung die mir versichert, mich genauso gut
ans Ziel zu bringen.
Es gab nie einen Zweifel.
Und doch kämpfe ich tagtäglich mit hunderten.

Meine Kunst erfüllt keine Kriterien
sie hat keinen Auftrag
Kein Konzept hält meine Kunst zusammen.
Kein Konzept, dass meine Bilder einengt.
Sie verdrängt.
Sie erdrückt.
Meine Kunst steht frei im Raum. Sie darf sich
bewegen.
Sie muss.

Man könnte sagen meine Kunst ist Zufall.
Sie kommt wie sie kommt.
Sie passiert.
Aber sie vergeht nicht.
Sie wird bleiben.
Und das ist meine Zuversicht.

Ich arbeite
ich schaffe
ich kreire
ich forme
ich experimentiere – für mich selbst.
Denn meine Kunst ist alles was ich habe.
Alles was ich weiß.
Alles was ich nicht verstehe.
Alles was ich zu verstehen versuche.
Alle Fragen die ich mir je gestellt habe.
Alles was mich bewegt, und alles was mich paralysiert.
Alle Dinge die ich sehe und auch andere sehen lassen möchte.
Alles Schöne, dass ich je gesehen habe, und alles Schreckliche, dass ich nicht vergessen kann.
All dass, was ich vergessen möchte.
Alles was ich je gefühlt habe.
Alle Träume die ich hatte und all jene, die ich gerne hätte.
Alle Wunder auf die ich hoffe.
All dass, was ich nie sagen konnte.
Und all dass,
wofür es nie Worte geben könnte.

Nichts wird je für mich so sicher,
so unbestreitbar und so real sein
wie meine Kunst.
Eine Realität, die ich mir selbst erschaffen habe,
die mich vorantreibt
und festhält zugleich.

Meine Kunst ist meine Verantwortung und meine Integrität.
Nichts, dass ich je machen könnte wäre so ehrlich
so beständig
so beharrlich.
Nichts könnte mehr von mir Preis geben
und mich doch genug schützen.

Ich beherrsche meine Kunst nicht.
Ich kann sie nicht steuern.
Ich kann nicht aus ihr schöpfen,
sondern tauche willkürlich ein.

Und ich ertrinke
in ihr.
Immer und immer wieder.